Bildblog kritisiert journalistische Korrekturen
Den Tod von Herrn Michael Jackson für sich auszunutzen, ist heute von höchster Wichtigkeit. Ich habe auch sehr lange überlegt, ob ich das irgendwie ausschlachten könnte – bis ich soeben auf das Bildblog stieß.
Jenes Watchblog für deutsche Medien empört sich heute darüber, dass so manche Schlagzeile, natürlich auch bei Bild.de, teilweise mehrfach geändert wurde, angepasst an die aktuelle Nachrichtenlage. Keine Ahnung, was das Bildblog damit wieder einmal ausdrücken will, zeugt es doch von Aktualität und Recherche (was ja sonst, falls nicht vorhanden, bemängelt werden könnte).
Ich hab mich heute früh gegen 7 Uhr auch gewundert, dass Herr Jackson so gut in der Presse davongekommen ist. Kein sensationsheischendes Gebrüll wegen Drogenmissbrauchs oder gar Selbstmord, keine Anspielung auf den Mord an ihm, gar nichts. Sogar bei Bild: Fehlanzeige.
Und Bildblog: Naja. Hauptsache, was gesagt. Was auch immer.
Bemängelt wurde vor allem, dass unbestätigte Meldungen einfach weiterverbreitet wurde. TMZ hatte, als es den Tod vermeldete keinen Beweis. Es lag nur die Meldung eines angeblichen Augenzeugens vor, was eben so gut ein schlechter Scherz gewesen sein könnte. Auf eine offizielle Meldung der Klinik bzw der Familie zu warten hätte niemanden geschadet, viel mehr ist es oft das vorschnelle verbreiten von unbestätigten Agenturmeldungen, die sich später als falsch erweisen, die Schaden verursachen. Es ist die journalistische Pflicht Meldungen auf ihre Richtigkeit zu überprüfen, in Zeiten des worldwidewebs ist das kein Problem, wird aber viel zu selten gemacht. Eine richtige Meldung 5 Minuten später zu veröffentlichen bringt niemanden um, ebenso wenig schadet es bei einer unbestätigten Meldung noch 1-2 Stunden auf eine Bestätigung zu warten. Beispiele für Schäden, die falsche Meldungen verursachen gibt es aber genug
Eska
Juni 28, 2009 um 21:38
Das wurde dort bemängelt? Achso. Unter diesem Hintergrund hat BILD dann ja brilliant agiert, da kann man nicht meckern.
Das erklärt jedoch nicht die Kritik an stern.de und sueddeutsche.de, die sich ja bis 1:20 Uhr Zeit gelassen haben.
Karl Heinz
Juli 3, 2009 um 20:16